Tuchhallen am Rynek Glowny

Krakau: Museen der besonderen Art und jede Menge Musik

Für viele ist sie immer noch die Stadt Johannes Paul II, für andere ist sie die heimliche Hauptstadt Polens. Doch für jeden spürbar wird Krakau als Metropole mit einzigartigen Museen und Musik, wohin man auch geht.

Weinberg, Kohan, Babelstein oder Nowak heißen die Läden. Sie liegen in der ulica Szeroka, im Herzen des jüdischen Viertels Krakaus, dem Kazimierz. Klezmer Musik dringt aus dem Restaurant an der Ecke. Eine junge Frau mit Blume im Haar heftet Zettel an Tür und Fenster des Lokals. „Jüdische Musik live ab 19 Uhr“ verkündet sein Inhalt. Die Dunkelhaarige lächelt herüber und lädt ein zu einem Blick ins Innere. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein: Tische aus alten Werkbänken, Holz vertäfelte Wände und die Mischung aus polnischer und jüdischer traditioneller Küche nehmen den Besucher mit auf eine Reise in die Vergangenheit. „Once upon a time in Kazimierz“ – der Name des Restaurants ist Programm: ein lebendiges Museum der besonderen Art.

Konzerthinweis im jüdischen Restaurant

Konzerthinweis im jüdischen Restaurant

Nicht weit entfernt von der ul. Szeroka, stehen die Stadtführer und warten auf Touristen. „Eine Nowa Huta-Tour zum Vorzeigeprojekt real-sozialistischer Architektur für 140 Sloty“, schlägt ein junger Fahrer vor und öffnet bereitwillig die Tür zu seinem roten Kleinbus aus sozialistischer Vorzeit. „Oder ein Ausflug zum Museum für Städtisches Ingenieurwesen“, offeriert ein anderer. Dort finde am Abend ein Konzert der klassischen Moderne statt. Neun Solisten aus Dänemark füllen dann die Halle aus dem Ende des 19. Jahrhundert mit ihren Klängen. Eigentlich rangieren in der Halle alte Straßenbahnen, Busse, Autos oder Motorräder. „Eine passende Kulisse“, meint der Guide. Genauso passend wie das Laznia Nowa Theater. Einst eine alte Mechaniker-Schule, in der künftige Arbeiter der Nowa Huta-Stahlwerke ausgebildet wurden. Heute ertönen auch hier Theateraufführungen und Musikkonzerte internationaler Interpreten.

Der Rynek Glowny mit den Tuchhallen

Der Rynek Glowny mit den Tuchhallen


Die Stadt an der Weichsel orientiert sich längst an einem Trend, wie er auch in anderen Metropolen praktiziert wird: Weg vom reinen Standort für Exponate hin zu einem Life-Museum, in dem das Museum die Kulisse für weitergehende Kunst und Konzerte bietet. Krakauer Museen verstehen es, das historische Vermächtnis der Stadt auf treffende Weise dem Besucher zu vermitteln. Zu sehen etwa in der Oskar Schindler Fabrik „Emalia“.
Oskar Schindlers Schreibtisch im Museum

Oskar Schindlers Schreibtisch im Museum


Das Museum am Originalschauplatz in der ul. Lipowa gibt den Besuchern die Möglichkeit anhand einer Multimedia-Ausstellung die Geschichte des besetzten Krakau zu entdecken. Ob beim Stöbern in der Bibliothek, ob durch Filme und Vorträge oder beim Rundgang unter der Leitung eines betroffenen Krakauers, dessen individuelles Schicksal eng verknüpft ist mit dem vieler Polen und Juden jener Zeit. Doch die ehemalige Emaille-Fabrik öffnet ihre Pforten auch für Theatertreffen und Ausstellungen zeitgenössischer Kunst.

Ein „echtes Life-Museum“ trifft man auch im Muzeum Witrazu, dem einzigartigen polnischen Steinglasmuseum aus dem Jahr 1902, wo man den Prozess der Steinglaskunst, wie er seit Jahrhunderten überliefert ist, hautnah verfolgen kann.

Hauptplatz Rynek Glowny mit Marienkirche

Hauptplatz Rynek Glowny mit Marienkirche


Lebendig wird die Geschichte neuerdings auch unter der Erde. Unterhalb des Krakauer Hauptplatzes, dem Rynek Glowny mit seinen berühmten Tuchhallen, lädt ein Lehrpfad seit wenigen Jahren Besucher dazu ein, die Topographie und Atmosphäre des mittelalterlichen Krakau zu erleben.

Musik spielt in allen Gassen und Plätzen - von jung wie alt

Musik spielt in allen Gassen und Plätzen – von jung wie alt


Auf rund 50.000 Quadratmetern sind Holzhäuser aus dem 12. Jahrhundert, ein alter Friedhof, typische Marktstände und andere architektonische Relikte aus dem Mittelalter zu sehen. Gut 700 Gegenstände, die während der Ausgrabungen seit 2005 entdeckt wurden, werden per 3D visualisiert. Wer dann wieder zurück ans Tageslicht kommt und das Treiben auf dem Rynek Glowny mit all seinen Gauklern, Komödianten und Musikanten genießt, weiß, dass die Geschichte im Untergeschoss liegt.

Die sechs Themen-Routen der Krakauer Museen:

  1. Highlights der Krakauer Museen
  2. Route des Jungen Polen
  3. Route der Wissenschaft und des Wissens
  4. Route der Jüdischen Kultur
  5. Das Leben in Alten Zeiten
  6. Burgen und Schlösser in Kleinpolen

Mehr Information
Polnisches Fremdenverkehrsamt
Kurfürstendamm 71
10709 Berlin
Tel. 030/210 09 20
www.polen-info.de
info@polen-info.de

Touristeninformation MCIT
Sukiennice/Tuchhallen
Tel. 012 421 7706


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