Kategorie-Archiv: Specials

DSC_0106

Rund um Rügen in sechs Tagen

Ein altes Holzboot, genug Seglerlatein und hilfsbereite Menschen – viel mehr braucht es nicht um in sechs Tagen Deutschlands größte Insel zu umsegeln.

Die Pomeranus II liegt gleichauf mit dem Leuchtturm von Cap Arkona, dem nördlichsten Zipfel Rügens. Glücksgefühle machen sich breit. Nur noch zwei Stunden über den Tromper Wiek, dann haben wir das Etappenziel – den Hafen von Glowe – erreicht. Plötzlich reißt mir eine heftige Windböe die Schot des Großsegels aus der Hand. Der Baum mit dem gesetzten Segel schlägt bedrohlich hin und her, die Wucht ist gewaltig. Es gilt kühlen Kopf zu bewahren. Sonst droht der Baum samt Segel aus der Mastnut zu brechen. Weiterlesen

Bootswerft Freest

Bootswerft Freest – mein Heimathafen an der Peenemündung. Ein altes Fischerdorf, in dem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Unbedingt hinfahren und den besten Backfisch aller Zeiten probieren

Skipper

Der Skipper ist bereit für eine segelintensive Saison – doch leider spielte das Wetter erst im Spätsommer richtig mit. Dann war’s allerdings besonders schön

Romantisch

Die Sonnenuntergänge im Hafen waren immer wieder ein Erlebnis

Im Schilf

Die Pomeranus liegt im Schilfgras – im Sommer wuchert das Gras so sehr, dass die Pomeranus kaum noch zu sehen ist

Rasur an Bord

Rasieren an Bord – kein Problem, denn ein Top-Spiegel ziert die Innentür des Kleiderschranks der Kajüte

 

Segel klar machen

Bei herrlich blauem Himmel und guter Windstärke nehmen wir Kurs auf Rügen

Auf Kurs

Die Tour läuft ganz nach Plan, die Seekarte und der Kompass weisen den Weg

Pomeranus 1

Auf See mit leichter Krängung und 3,6 Knoten Fahrt

Der Trompeter

Das Highlight der Tour: Mathis packt seine Trompete aus und spielt ….

Matthis Trompete

Das klappt schon richtig gut und üben auf See ist allemal schöner als im Wohnzimmer daheim

Trompete2

Die Crew von manchem vorbei fahrenden Schiff war tief beeindruckt – Applaus, Applaus

Matthis am Ruder

Aber Mathis hat auch Talent fürs Segeln, seinen Job am Ruder erledigte er sehr zuverlässig

Hafen_Gager

Im Hafen von Gager gönnen wir uns einen Landspaziergang

Frühstück in Thissow

Am Morgen in Thissow stärken wir uns beim Frühstück für die gut 6-stündige Rückfahrt nach Freest

Darßer Tür 02

Ferne Kulturen zieren heimische Türen

In 6. Generation stellt die Kunsttischlerei Roloff die berühmten Darßer Türen her – ganz nach alter Überlieferung. Doch auch moderne Einflüsse prägen die Kunst der Türmanufaktur. Ein Werkstattbesuch.

Darßer Tür 04

Tür aus dem Jahr 1931, als die Darßer Türenmanufaktur wieder belebt wurde

Es riecht nach Holz, nach antiken Schränken, Holzspänen, Farbe und viel Handarbeit. Etwas verstohlen empfängt René Roloff seine Gäste, sein jüngerer Bruder Dirk bleibt am Eingang stehen. Dann legt der gelernte Tischlermeister, Holzbildhauer und Restaurator los. Er spricht von der Darßer Kultur und davon, dass sie unbedingt erhalten bleiben muss. Ein Gebilde für sich, etwas ganz eigenes, so nennt er seine kleine Halbinsel – den Darß. Das wohl bekannteste Symbol jenes Gebildes sind seine Türen, die man vornehmlich in der Ortschaft Prerow antrifft.

Der Darß – jene kleine Halbinsel an der Ostseeküste im Verbund mit Fischland und Zingst – über lange Zeit ließ seine geographische Lage wenig Austausch zu. Doch seit die Darßer im 18. Jahrhundert in ferne Meere aufbrachen, ja bis nach China und Japan segelten, wurden sie welterfahrener und wussten, dass es jenseits ihres Horizontes noch jede Menge weiterer kultureller Schätze zu entdecken gibt. Auch wenn die Zeit ihres Aufbruchs zu anderen Kulturen nur rund zehn Jahre andauerte, sind heute die Türen ein Zeugnis jener Zeit. Sie spiegeln die Eindrücke ihrer Reisen wider: „Man war stolz darauf erfolgreich zur See gefahren zu sein”, sagt René Roloff. „Dies hat man auch zeigen wollen.” Zugleich dokumentieren die Türen auch die tiefe Verwurzelung mit der Heimat. Die Landschaft, das bäuerliche Leben und die maritimen Symbole – auch sie prägen die Motive ihrer Haustüren.
Darßer Tür 03
Eigentlich wurde die Kunst der Türmanufaktur erst 1931 wiederbelebt. Es war der damalige Bürgermeister, der die alte Darßer Tradition wieder zum Leben erweckte, erzählt Roloff. Er setzte durch, dass ein Haus mit Rohrdach erbaut und mit einer typischen Darßer Tür geziert wird. Damals war es das Gemeindeamt, die heutige Kurverwaltung. Es war die erste Tür im 20. Jahrhundert und gleichzeitig der Anfang vieler weiterer. Denn: „Wenn der Bürgermister das gut findet, kann es nicht so schlecht sein“, dachten wohl die Darßer.

Inzwischen sind es über 150 solcher Türen, die überwiegend aus der Manufaktur der Roloffs stammen. Und sie sind keineswegs nur als dekorativer Schmuck gedacht, wie Tischlermeister Roloff erklärt. „Ein gewisser Aberglaube schwingt immer mit.“ Zunächst einmal soll die Tür einladend und freundlich wirken, die Sonne ist daher als Motiv oft mit dabei. Häufig ist auch ein Kreuz als Motiv in der Tür vertreten.

Roloff bei der Arbeit

Roloff bei der Arbeit

„Es schützt die Kühe davor, behext zu werden“, erklärt der Werkstattchef. Schutz gegen alles mögliche sei ein durchgängiges Motiv, weiß Roloff. So bedeutet ein Sockel mit einem Schuppenmuster und nach oben zeigenden Spitzen die Abwehr gegen Blitzeinschlag. Auch sind Lebensbaummotive aus Tulpen ein gerne verwendetes Symbol.

Und wie muss das Haus beschaffen sein, damit das Design der Tür auch richtig komponiert wird? Die Beschaffenheit der Fassade, die Himmelsrichtung der Tür, Wetter oder Meeresseite – all das gilt es zu beachten, damit der hohe Anspruch auch erfüllt werden kann: „100 Jahr soll die Tür halten“, erklärt Roloff.

Und das nicht nur auf dem Darß. Die Hälfte seiner Kunden stammen mittlerweile aus ganz Deutschland und Österreich, erzählt der Meister. Natürlich muss hier etwas passendes angefertigt werden. „Wir verpflanzen nicht einfach eine Darßer Tür nach Baden-Württemberg”, sagt Roloff. Andere Lösungen, bei denen die Hausherren oft ihre eigenen Vorschläge mit einbringen, gebe es immer, versichert der Fachmann. So liegt es auch am Export, dass man nicht bei den alten Motiven verharrt und immer wieder neue Ideen einfließen und verarbeitet werden. Motive aus der Jetztzeit: So tauchenetwa Kraniche auf, auch Fische sind heute wieder salonfähig, früher passten sie nicht zum sozialen Status. Selbst humorvolle Varianten prägen die Motivwelt, wenn etwa die Biene auf der Blüte sitzt.

Der Katalog führt alle möglichen Designvarianten auf

Der Katalog führt alle möglichen Designvarianten auf

Der sympathische Restaurator ist nach den vielen Erzählungen rund um sein Gewerbe ganz in seinem Element. Er spürt mit jeder Frage seiner Besucher, wie außergewöhnlich sein Handwerk ist. Dabei war es gar nicht sein erster Berufswunsch, gesteht Roloff ein. Eigentlich wollte er Architektur und Kunst studieren, ging dann aber drei Jahr zur Armee und am Ende hat es sich einfach so ergeben, sagt Roloff mit einem Lächeln in die Runde. Viele Möglichkeiten gibt es auf dem Darß ja sonst auch nicht.

Mehr Information

Dauer der Anfertigung: 12 bis 16 Wochen von Auftragserteilung bis zur Fertigstellung
Preis: Je nach Aufwand: von 3.500 bis 10.000 Euro
Ein gibt einen Motivkatalog, aus dem man wählen kann

Kontakt
Kunsttischlerei Roloff GbR:
Lange Str. 30
18375 Ostseebad Prerow
Telefon: 038233 465
E-Mail: kontakt@kunsttischlerei-roloff.de
kunsttischlerei-roloff.de

IMG_2741

Museum mal anders: In Dublin erzählen die Bewohner ihre Stadtgeschichte selbst

Adam

Adam bereitet die Gruppe vor – auf seine Art …

Besucher aus sechs Nationen und zwei Dubliner sind schon gespannt auf die Führung durch den ersten Stock des “Little Museum of Dublin“. Gerade erst hat Guide Adam die rund 30 Teilnehmer ganz unkonventionell gefragt, woher sie denn eigentlich stammen – USA, Taiwan, China, Italien, England und Deutschland sind heute mit dabei.

“There is no room for politeness”, ruft er den Zuhörern entgegen und spätestens jetzt ist klar, dass diese Führung tatsächlich etwas anderes ist als Touristen dies sonst von Museen her kennen. Lebendig, schrill, auffordernd und hochgradig interaktiv – so versteht der ehemalige Theatermanager seinen Job als Guide. Und er rüttelt jeden wach, eben auch die vielen aus Übersee, die bisher eher wenig von der Geschichte Dublins und Irlands wissen.

Denn das erklärte Ziel des Museums vis-á-vis des St. Stephens Green Park ist: Die Geschichte der irischen Hauptstadt im 20. Jahrhundert zu erzählen. Nicht einfach so, sondern mit Hilfe von Exponaten der Dubliner Bevölkerung selbst. Sie liefern die Geschichten für die Geschichte der Stadt. Und Adam geleitet durch die Dekaden und ihre Ereignisse.

Eingang

Eingangsportal des Museums gegenüber von St. Stephens Green

Von der ersten englischen Ausgabe von James Joyce’s Ulysees aus dem Jahr 1904, über ein Foto von Kindern der Henrietta Street aus dem jahr 1911, das die beengten Lebensverhältnisse der 835 Menschen in 15 Häusern zeigt, bis hin zur Kunst des Dubliners Jim Fitzpatrick, der das legendäre Che Guevara Porträt erschuf.

Besucher

Auch Dubliner lieben die Führungen …

Der 20-minütige Rundgang durch die beiden erhabenen Kaminräume hat es in sich. Vermittelt werden nicht nur historische Ereignisse und Anlässe, sondern all die Kuriosiäten und skurillen Nebengeschichten öffnen den Blick für die besondere Mentalität der Dubliner.
Rührendes gibt es zu sehen und zu hören, wie die Postkarte von Samuel Beckett an einen kleinen Jungen, der in demselben Haus lebt, in dem der Autor seine Kindheit verbrachte. “Wenn Du meinen Geist in dem Haus antreffen solltest, bestell ihm einen Gruß von mir”, schrieb er dem Jungen.

Verrücktes findet natürlich zuhauf statt – wie das Wappen der 1000-Jahr Feier Dublins im Jahr 1988. Jenes Milennium, das von den Bewohnern der irischen Hauptstadt viel zu spät erkannt und organisiert wurde, getreu ihrer Haltung, Zeit ist ohnehin dehnbar und der Schöpfer hat genug davon gemacht. Auch der Celtic Tiger findet im Little Museum seinen Platz. Es ist die Zeit in den 1990er Jahren als die Stadt am Liffey einen ungeheuren Aufschwung erfuhr und das Stadtbild veränderte.

Stephens Green

Der Park St. Stephens Green im Herbstlicht

Nach der Führung will man mehr, und kriegt es auch. Denn auch im zweiten Stock des gregorianischen Hauses ist Kultur made of Dublin zu sehen – hier sieht man die Geschichte der Pop-Band U2 in beeindruckenden Bildern und die legendäre Irish Times gibt Einblicke in ihre Sicht der Stadt. Beim Café im Basement fragt sich der Besucher allerdings, wie sich all das erhellende und faszinierende nun finanzieren lässt.

Es sind Geschenke, Spenden und Sponsoring, die das Museium seit der Gründung vor vier Jahren über Wasser halten. Getragen von dem Engagement seiner Bürger, die allzu gern dazu beitragen, ein authentisches Bild ihrer Hauptstadt zu vermitteln. Wichtig ist Kurator Simon O’Connor, dass sein Museum weiter wächst. Hierzu lädt er alle Freunde seines Projekts dazu ein, ihre Eindrücke auf TripAdvisor, Facebook etc. zu teilen.

Panorama

Bootswerft Freest: Von Schwalben, Schiffsbau und Jane Bond

Foto5

Frisches Holz für die Bootswerft

Ganz im Nordosten, wo die Ortsnamen immer unbekannter werden und das ganz große Touristengetümmel weit weg ist – dort liegt das Hafenstädtchen Freest am Greifswalder Bodden. Hier kann man sie noch erleben, jene Geschäftigkeit eines Hafens, in dem die Fischerboote und Krabbenbkutter dicht an dicht liegen. Fischer reparieren die Netze, gestikulieren, lachen und verkaufen ihre Waren. Ansonsten hat der Ort ein paar Restaurants, ein Hotel, einen Lebensmittelladen, die Dorfstraße natürlich und jede Menge Fischbuden. Vor allem aber gibt es eine Werft – eine ganz besondere.

In der großen Werfthalle flitzen die Schwalben kreischend kreuz und quer durch die Lüfte, haben unter dem Dach ihre Nester gebaut, sind Teil der Werft geworden. Damit es nicht noch mehr werden hat die Werftcrew ein Tonband aufgenommen mit Stimmen von Kauzen und anderen Vögelarten. “Das soll die Schwalben ein wenig abschrecken”, erklärt Kirsten Dubs, Besitzerin von Bootsbau Freest die eingeleitene Maßnahme. Jetzt wird das Band alle paar Minuten abgespielt, fast fühlt man sich wie im Urwald.

Foto7

Ein paar Segelyachten haben in der Werft ihren Heimathafen

Doch es ist die ehemalige Traditonswerft mit über 100-jähriger Geschichte. Die Bremerin Kirsten Dubs hat das Gelände und die dazugehörigen Geböude im Jahr 2007 komplett übernommen und der Bootswerft Freest seither neues Leben eingehaucht. Wer ein paar Tage in der Halle und auf dem Areal der Werft am eigenen Boot arbeitet, kann sich ein Bild von dem neuen Leben machen. Festangestellte wie Azubis aus der Region erlernen hier ein traditionelles Handwerk in all seinen Facetten: Sie erneuern Spanten und Planken, bauen verschiedene Rundholzer für Masten, dichten die Außenhaut alter Fischkutter, um nur einige der Tätigkeiten zu nennen. Doch das kreative Aushängeschild der Werftcrew ist ihr Projekt Y-DS 650 „Day- Weekendsailer“, ein Segelboot, das von der Auswahl und Bearbeitung des Holzes bis zur Endfertigung von der Mannschaft in Eigenarbeit neu konstruiert wird.

Die Zeit scheint stehen geblieben
Die Werft, direkt an der Dorfstraße und vis-á-vis des Hafens gelegen ist eine Welt für sich. Überall in der Halle sind die Zeugnisse langer Geschiche gegenwärtig. Alte Maschinen und Werktische, Mechanik, die sich über viele Dekaden bewährt hat. Die Crew weiß damit umzugehen und sie für moderne Restaurations- und Reparaturanspüche einzusetzen.

Charaktervolle Boote in der Werft

Charaktervolle Boote in der Werft

Etwas verloren fühle ich mich anfangs in dieser mir fremden Welt. Also starte ich mit meiner Arbeit, alles weitere wird sich ergeben, sage ich mir. Mundschutz besorgt, passendes Schleifpapier und einen Schleiklotz organisiert – schon beginne ich mit den Arbeiten am Schiffsrumpf meines über 50 Jahre alten Volksbootes, das Anfang der 1960er Jahre in der ehemaligen DDR gebaut wurde. Das Unterschiff muss komplett abgeschliffen werden, bevor ich eine neue Antifouling-Schicht darübersteiche. Der Scheiß tropft mir von der Stirn, der Mundschutz macht mir das Atmen schwer und viel Ausdauer habe ich als gelernter Schreibtischarbeiter auch nicht gerade. Doch mit jedem Meter bearbeiteter Fläche werde ich sicherer und zuversichtlicher. Crewmitglieder kommen vorbei, fragen nach, bestärken mich in meiner Arbeit. Auch zwei weibliche Azubis passieren freundlich grinsend mein Boot. Dazwischen in regelmäßigen Abständen die Aufnahmen von Kauzen & Co. .

"Jane Bond" kriegt den letzten Schliff ....

“Jane Bond” kriegt den letzten Schliff ….

Ab und an gehe ich hinaus ans Wasser, sehe mir die Segelyachten und Schiffe an und entdecke in jedem einzelnen einen besonderen Charakter. Ob die Pomeranus das stolze Folkeboot oder Lili, der in die Jahre gekommene Kutter oder Jane Bond, die im neuen Gewand erstrahlt. Mein Blick schweift auf die Peenemündung, wo ein Ausflugsschiff Kurs Richtung Peenemünde nimmt. Frische Luft getankt, mache ich wieder an die Arbeit. Mit jeder Stunde macht es mehr Freude, wird der Stolz eigens das Boot für die Saison zu richten immer größer.


Nach intensiver Schleifarbeit ist der Rumpf endlich bereit für den Anstrich. Eine Nacht getrocknet und am nächsten Tag ins Wasser gekrant, so der Plan. Doch es kommt anders. Das Wetter spielt nicht mit – immer wieder prasseln kräftige Regenschauer über die Werft und machen das Kranen unmöglich. Als sich das Wetter endlich beruhigt und kein Schauer mehr in Sicht ist, hebt der “17.Oktober”, der alte DDR-Kran, meine SeeQ über die umstehenden Boote hinweg. Danach wird der Mast gerichtet, die Wanten eingestellt und alles notwendige eingeräumt.

Wenn Untiefen lauern
Nun muss nur noch der Motor anspringen. Tut er aber nicht. Etwas orgeln ja, doch der entscheidende Funke will nicht überspringen. Und ausgerechnet jetzt brauen sich am Horizont die nächsten Wolkenungetüme zusammen. Jeder aus der Crew versucht sein Glück, alles wird ausprobiert und tatsächlich – irgendwann stottert sich der Motor in einem rythmische Umdrehung. Erleichtert winke ich der Crew, die aufgereiht an der Kaimauer steht, zum Abschied und mache mich auf den Weg in den Heimathafen, in gut 35 Minuten müsste ich es schaffen, rechne ich mir aus. Sonst wird es dunkel.


Die Rechnung geht natürlich nicht auf. In der Aufregung des Abschieds habe ich die Worte der Crew überhört: “Pass auf die Untiefen auf, bleibe nah am Schilf”, so ihre eindringliche Mahnung. Doch ein fuliminanter Sonnenuntergang lenkt mein Interesse in eine andere Richtung – ein Handyfoto muss her. Und schon macht es rums und die SeeQ läuft auf eine Sandbank. Ich sitze fest, alle Versuche mich selbst zu befreien sind vergeblich.

Zum Glück erreiche ich die Freester Mannschaft noch, die sofort ein Boot klar macht und mich zu viert von der Sandbank zieht. Am Hafenkai verfolgt bereits eine Handvoll Schaulustiger ein Spektaktel, das man hier eher selten zu sehen bekommt.
“Bleib immer hart steuerbord”, geben mir meine “Retter” mit auf den Weg. Ahoi, alles klar.

Mehr Information
Übernachtung und gutes Essen:
Hotel und Fischrestaurant Leuchtfeuer

Hotel und Gaststätte
An der Waterkant